Lehrer des Bösen oder Denker der Freiheit? Machiavelli zwischen Republikanismus und Radikalismus
Die philosophische und historische Diskussion über Leben, Werk und Wirkung des Florentiner Theoretikers der Fortuna und des richtigen Zeitpunkts, des Renaissancemenschen, Politikers und Philosophen Niccolò Machiavelli (1469–1527), hat in den letzten Jahren eine neue Blüte erlebt. Über Jahrhunderte dominierte das Bild Machiavellis als »Lehrer des Bösen« (Leo Strauss), berühmt und berüchtigt für seine angeblich amoralische Lehre, dass der Zweck die Mittel heiligt, die unter dem Namen »Machiavellismus« heute in aller Welt geläufig ist. Dagegen wird in der aktuellen ideengeschichtlichen und politiktheoretischen Diskussion entweder der Republikaner Machiavelli in den Mittelpunkt gerückt oder sogar der radikale, protomarxistische Demokrat und Klassentheoretiker: der Denker der Freiheit. Das ist eine gleichermaßen verblüffende wie aufregende Wendung der Auseinandersetzung um Machiavelli, die nachgezeichnet und im Gespräch diskutiert werden soll.
Philip Hölzing, Philosoph, Ideenhistoriker und Lektor im Wissenschaftslektoratdes Suhrkamp Verlags. Er beschäftigt sich mit der Geschichte des politischen Denkens, insbesondere der des Republikanismus, und mit Leben und Werk Machiavellis.
Achatz von Müller, Prof. em. für Geschichte an der Universität Basel. Bis 2023 Co-Direktor des »Zentrums für Theorie und Geschichte der Moderne« am Hamburger Institut für Sozialforschung
Wolfgang Knöbl, Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Verlag Matthes & Seitz Berlin.
