Politics of Land. The Politicization of Rurality in Europe since the late 20th Century
Thursday, 28 May
1:30 Philipp Müller (Hamburg): Introduction. Politics of Land in 20th and 21st Century Europe
1:45 Michael Woods (Aberystwith): Spatial Justice, Disruptive Politics and the Future of Rural Land in Europe
2:30 Natalia Mamonova (Trondheim): Extremely Dangerous Overlap: Farmers’ Protests and Right-Wing Populism in Europe
3:45 Anette Schlimm (Hannover): Bootstrapping out of Backwardness: Rural Spaces in the Neoliberal Age
4:30 Jaume Franquesa (Buffalo): The Construction of Empty Spain: A Term in Search of Political Meaning
5:15 Piotr Zuk (Helsinki): Planetary Justice and Multispecies Justice in Food and Energy System Transitions in Rural Areas
Friday, 29 May
9:00 Édouard Lynch (Lyon): The Policizations of the French Countryside and Agricultural Trade Unionism in the 20th Century
09:45 Domenico Perrotta (Bergamo): Anti-Environmentalism, Anti-Europeanism, and(or) the Crisis of Medium-Sized Farms. Emerging Topics and Debates in the Italian ‘Tractor Movement’ (2024-2025)
11:00 Susana Narotzky (Barcelona): Farmers’ Environmental Unrest: Struggles Over the Protection of Resources and the Rural Right in Murcia
11:45 Judith Miggelbring (Leipzig): Rural populism and the ‘Urge to Transform’: Observations from Lusatia
12:30 Giacomo Loperfido/Christopher Banditt: Round Table Discussion
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In den letzten Jahren scheinen politische Entwicklungen in Europa im Allgemeinen und die Krise der liberalen Demokratie im Besonderen von einem Konflikt vielfach geprägt: dem Gegensatz zwischen Stadt und Land. Ungeachtet nationaler und regionaler Unterschiede sehen Beobachter in diesem Konflikt einen der Hauptgründe für die sinkende Akzeptanz parlamentarischer Vertretungen in Deutschland, Spanien, Frankreich, Polen und anderen Ländern.
Erklärungsansätze für diese Entwicklung werden in verschiedenen Disziplinen diskutiert. Der Workshop am Hamburger Institut für Sozialforschung wird Perspektiven aus verschiedenen Forschungsbereichen zusammenführen und das Thema in einen breiteren begrifflichen Rahmen einbetten. Ziel ist es, neue Fragen zum Zusammenhang zwischen der Politisierung ländlicher Räume, dem aktuellen Legitimitätsverlust parlamentarischer Repräsentation und Veränderungen in der Landnutzung aufzuwerfen. Einerseits ist zu klären, was das Gefüge politischer Beziehungen gestützt hat, dessen Zerfall der Stadt-Land-Kluft neue Bedeutung verliehen hat. Andererseits gilt es zu diskutieren, welche materiellen Entwicklungen die aktuelle Darstellung wirtschaftlicher und sozialer Konflikte in politischen Kategorien des Ländlichen geprägt haben.
Frühere Studien haben den relationalen Charakter der Begriffe „Stadt“ und „Land“ hervorgehoben und ihren Bedeutungswandel in den letzten Jahrzehnten im Kontext von Globalisierung und Europäisierung betrachtet. Die Diskussionen des Workshops bauen auf diesen Erkenntnissen auf und verknüpfen sie mit der Frage, unter welchen Bedingungen „das Land“ zu einer Ressource für politische Mobilisierung werden konnte. Im Rahmen einer interdisziplinären Diskussion soll über kurzfristige Analysen der Gegenwart hinausgegangen und untersucht werden, wie Veränderungen seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts neue Repräsentationsansprüche ermöglicht haben, die sich aus einer Gegenüberstellung von Stadt und Land speisen. Der Workshop dient dazu, die Grundlage für eine innovative Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen.
Kontakt: bruchlinien(at)his-online.de
Weitere Informationen: Historisch-soziologisches Forschungskolleg am Hamburger Institut für Sozialforschung 2026-2027