Kritische Theorie und Studentenbewegung

Projektstart: April 2005

(Stand Februar 2000)

Obwohl unbestreitbar ist, daß die Rezeption der Kritischen Theorie in der Bundesrepublik ihre Schubkraft vor allem durch die Studentenrebellion am Ende der sechziger Jahre bezogen hat, fehlt eine detailliertere Darstellung dieser Zeit. Das erste große historische Werk - Martin Jays 1972 erschienene Monographie »Dialectical Imagination« - bricht 1950 ab und das zweite, die 1976 von Rolf Wiggershaus veröffentlichte, inzwischen vielerorts als Standardwerk gewürdigte Studie »Die Frankfurter Schule«, streift das Thema, obwohl ihm ein eigenes Kapitel gewidmet ist, nur am Rande. Diese historische Lücke wird in der seit 1998 vorliegenden Studie in drei verschiedenen Darstellungsformen gefüllt - chronologisch, dokumentierend und kommentierend. Von der Rückkehr Horkheimers und Adornos 1949 aus der Emigration in den Vereinigten Staaten spannt sich der Bogen über den Neuaufbau des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, Horkheimers Rolle als Rektor, die Studien zum politischen Bewußtsein der Nachkriegsdeutschen im allgemeinen und das der Studenten im besonderen, zum Konflikt mit einem Teil ihrer zumeist im SDS organisierten Schüler in den Jahren 1967 bis 1969 und mündet in den achtziger Jahren in eine Neubewertung ihrer Tradition durch die »Theorie des kommunikativen Handelns« von Jürgen Habermas und eine Reihe von Gedenkveranstaltungen für ihre wichtigsten Exponenten ein.

Die Arbeit ist 1998 unter dem Titel »Frankfurter Schule und Studentenbewegung - Von der Flaschenpost zum Molotow-Cocktail« als dreibändige illustrierte Publikation im Verlag »Rogner & Bernhard« bei Zweitausendeins erschienen.